Was geschah bisher?

In der letzten Zeit haben wir, der Flüchtlinghilfeverein Neckarbischofsheim, nicht mehr so viele Artikel veröffentlicht wie es noch am Anfang des Jahres der Fall war.  Der Grund dafür ist, dass die anfänglich mit viel Improvisation gestartete Arbeit inzwischen schon ein wenig Routine bekommen hat und die Anzahl der Neuigkeiten weniger geworden ist. Das bedeutet aber keinesfalls, dass in irgend einer Weise Langeweile aufgekommen wäre.

Ich möchte hier in Kürze die letzten Wochen für alle interessierten Bürger zusammenfassen:

  • 6. Juni
    Die ersten Familien bezogen ihre Wohnungen in der Unterkunft. Entgegen unserer Erwartungen mussten sie nicht dringend mit Kleidung eingedeckt werden, sie hatten bereits eine Grundausstattung in der LEA (Landeserstaufnahmestelle) erhalten. Wir berichteten bereits darüber.
  • 23. Juni
    Zwei weitere Familien kündigen sich für den 6. Juli zum Einzug an. Inzwischen hatten wir bereits etwas Erfahrung gesammelt und wussten um die ersten Bedarfe der Ankommenden, die wir recht schnell versorgen konnten.
  • 11. Juni
    Die Stadtverwaltung teilte uns mit, dass die ersten zwei Familien in der sog. Folgeunterbringung in Neckarbischofsheim angekommen sind. Es sind also Familien, deren Asylantrag bereits positiv beschieden worden ist.
    Wenn man denkt, dass diese Manschen ja bereits lange in Deutschland sind, sich deshalb schon zurecht finden und keine Unterstützung mehr brauchen, der hat sich getäuscht. Sie ziehen in eine leere Wohnung ein und müssen sich von dem wenigen Geld, das sie zum Leben haben, auch noch die Wohnung einrichten. Wir konnten hier durch die Vermittlung von Möbeln und anderen Dingen recht gut eine Starthilfe geben. Darüber hinaus haben sich sehr nette Beziehungen zwischen den Familien und Helfern entwickelt, so dass die Familien bei Fragen und Problemen immer ihre  „Paten“ ansprechen können.
  • 13. Juli
    Das erste Café International fand mit reger Beteiligung statt. Alle Teilnehmer haben sich zunächst mit einer zu spürenden Unsicherheit orientiert und abgecheckt, wie das Café so abläuft. Lustigerweise war diese Unsicherheit bei allen zu spüren.
    Wir freuten uns sehr, dass auch die neuen Familien aus der Folgeunterbringung das Café besuchten. Es ergaben sich schnell nette Gespräche und man lernte sich gegenseitig kennen. Damit war klar, dass das Café seinen Zweck erfüllt.
  • 29. Juli
    Morgens erfuhren wir, dass am gleichen Tag nachmittags vier Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft Mühlhausen nach Neckarbischofsheim umziehen. Obwohl wir ja bereits Neuzugänge bekommen hatten, überraschte dieser Neuzugang einigermaßen, da die Asylanten bereits in Mühlhausen mit Kleidern, Fahrrädern uvm. gut versorgt worden sind, so dass wir dadurch nicht kurzfristig in Versorgungsnot geraten wären.
  • Vorbereitung auf den Deutschunterricht
    Der zentrale Schlüssel zur Integration sind die Deutschkenntnisse der Asylanten. Bei den Familien in der Folgeunterbringung konnten wir feststellen, dass ein Jahr in Deutschland insbesondere für die Erwachsenen i.d.R. nicht genug Zeit ist, um die Sprache zu erlernen. Bei den Kindern verhält es sich anders, sie sind viel schneller in der Lage eine Sprache zu erlernen.
    Es dauert in vielen Fällen auch Monate, bis endlich ein Deutschkurs besucht werden kann, so dass viel Zeit ohne Fortschritt in der Sprachkenntnis vergeht.
    Wir hatten dies erkannt und eine Gruppe engagierter Helfer unterrichten inzwischen zwei Mal pro Woche in der Unterkunft Deutsch. Darüber hinaus startet noch im September ein VHS-Kurs. Da es sich ja um Familien, oft mit sehr kleinen Kindern, handelt, organisieren wir parallel zu dem Unterricht eine Kinderbetreuung, so dass die Erwachsenen alle den Unterricht besuchen können.
  • Arztbesuche
    Neben akuten gesundheitlichen Problemen, bei denen wir durch die Organisation und Begleitung von Arztterminen helfen konnten, konnten wir bei allen Bewohnern Impfaktionen durchführen und für die Kinder Vorsorgeuntersuchungen organisieren. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die vorbildlich engagierten Ärzte Dr. Fath (Kinderarzt) und Dr. Baumann (Allgemeinmedizin).
  • Freizeitbeschäftigungen
    Während den Sommerferien setzte lediglich der Budoclub Blackbelt seinen Trainingsbetrieb fort, so dass einige der Flüchtlinge dort ihre Fitness verbessern konnten. Der Tischtennisverein Neckarbischofsheim wird in Kürze eine Platte zur Verfügung stellen, die direkt in der Unterkunft genutzt werden kann.
    Die Anzahl der vorhandenen Fahrräder ist immens und damit auch die Dringlichkeit, die Räder instandzuhalten bzw. -setzen. Firma Bosch stellte für den Aufbau einer Fahrradwerkstatt Geld zur Verfügung, das derzeit zum Einkauf der notwendigen Werkzeuge und Materialien verwendet wird.
  • Herbstfest
    Am 25. September wird das erste kulinarische, internationale Herbstfest stattfinden. Alle Familien der Unterkunft haben sich bereit erklärt, typische Gerichte ihres Landes zu kochen, die wir an dem Tag an die Bevölkerung ausgeben werden.
    Alle Bürger von Neckarbischofsheim und Umgebung sind dazu herzlich willkommen!